Untertor-Stiftung

Mit der Rekonstruktion des im Jahr 1854 abgerissenen Unteren Tores hat das mittelalterliche Städtchen im Jahr 1980 seine architektonische Geschlossenheit zurück erhalten. 

Für den Wiederaufbau des Tores waren Ansichten von Merian und ein Votivbild vom Stadtbrand 1704 wegweisend. Angesichts der gähnenden Lücke beim Untertor war die Wiedererrichtung des Unteren Tores schon lange ein Anliegen der Willisauer Bevölkerung. 

In den frühen fünfziger Jahren wurde ein Wiederaufbaufond für das Untertor an der Gemeindeversammlung beschlossen. Mit dem Brand des Hauses Kneubühler Hauptgasse 2 im Jahre 1976 aktualisierte sich der Wiederaufbau des Unteren Stadttores.

Die Gemeinde Willisau-Stadt suchte nach einer Gesamtlösung bei Untertor und beantragte deshalb auch das angrenzende Restaurant Untertor der Familie Geiser in das Gesamtkonzept miteinzubeziehen. Nachdem diverse Nutzungs- und Abfindungsrechte geklärt waren und die Abfindungssumme für die Liegenschaftsbesitzerin Geiser genehmigt war, fehlte nur noch das Geld für den eigentlichen Turmneuaufbau.

In dieser Situation erklärte sich der damalige Bürgerratspräsident Eugen Meyer sel. und später ernannte Ehrenbürger von Willisau-Stadt bereit, die Kosten des gesammten Turmes aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Damit war der Startschuss gegeben für den Wiederaufbau des Unteren Tores von Willisau.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit feierten die Willisau 1980 die neue architektonische Geschlossenheit des Städtchens mit dem Turm. 

Das Untere Stadttor wird seit 1985 von einem Stiftungsrat verwaltet. Leider wurde anfangs 2016 die Torräumlichkeiten von einem Brand am Restaurant Untertor schwer beschädigt. Die Turmräumlichkeiten wurden renoviert und das gesamte Raumkonzept mit zeitgemässer Infrastruktur und Technik ausgerüstet. Auch diesmal konnte die Untertorstiftung auf die Weitsicht und Grosszügigkeit ihres ehemaligen Spenders zählen. Seine von ihm ins Leben gerufene und gegründete Eugen Meyer-Stiftung finanzierte wiederum sämtliche Kosten der Neugestaltung. 

Die Turmstube ist seit dem November 2017 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. 

Das 1980 wiederaufgebaute Untertor